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Hannes
13 Titel: FERNWÄRME Wien - Preisanpassung  BeitragVerfasst am: 23.07.2014, 23:42 Uhr
Gasometer-Freak
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Dabei seit: 18. Aug 2001
Beiträge: 1319
Wohnort: Wien
Wie vermutlich alle hier, bekam ich lezte Woche ein Schreiben der Fernwärme Wien über eine abermalige saftige Preisanpassung nachdem 2011 und 2012 die Preise schon kräftig erhöht wurden.
Seit 2011 stiegen die Arbeitspreise um 55% (Heizung) bzw. 32% (Wamwasser) während der VPI in dieser Zeit gerade mal um 9% stieg.

Man könnte das unter "shit happens" verbuchen, und nur ein Schelm denkt böses, dass diese Schreiben immer in der Haupturlaubszeit versendet werden.

Aber ich finde die Begründung für die Preiserhöhung interessant .
Der "Umbruch in der Energiebranche" und die "Auswirkungen auf die Gaskraftwerke" werden als Gründe angeführt.

Vertraglich vereinbart sind aber nur Indexgebundene Preiserhöhungen bis zu einem Höchstwert der durch einen Gemeinderatsbeschluss gedeckt sein muss. In der Vergangenheit, gab es diese Hinweise noch.

Marktverwerfungen würde ich noch akzeptieren, wenn es altenative Betreiber geben würde - dann hätte man mit dieser Erhöhung ein außerordentliches Kündigungsrecht - aber so ??

Ich habe nun jedenfalls ein Schreiben an die Fernwärme gesendet, mit der Bitte um Aufklärung auf Basis welcher rechtlichen Grundlage diese Erhöhung argumentiert wird.

Was vor Jahren noch denkunmöglich war ist heute Realität - auf Grund der fallenden Strompreise wäre eine Beheizung und Warmwasserbereitung heute mit Strom bereits günstiger Shocked

Was mich seit vielen Jahren aber ärgert, sind die 25% Wärmeverlust, die natürlich von uns bezahlt werden die innerhalb des Hauses verschwinden.

Wozu man das Fernheizwerk Arsenal (Gürtel-Abfahrt) baut ist mir auch unverständlich - ich dachte immer, Fernwärme sei Abwärme aus Müllverbrennung und vorhandenen Kraftwerken - und die sei im Überfluss vorhanden. Jetzt argumetiert man mit Mangel ????
Diese Anlage soll jedoch mit Gas und Heizöl betrieben werden !
Wo ist hier der ökologische Vorteil ?

lg, Hannes

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mb
Titel:   BeitragVerfasst am: 25.07.2014, 02:00 Uhr
Gasometer-Freak
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Dabei seit: 13. Sep 2001
Beiträge: 1185

lieber hannes!
kann dir nur voll und ganz zustimmen. ein weiterer beweis, wie sozial die roten sind!!!
lg mb
 
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gazometristA
Titel:   BeitragVerfasst am: 05.08.2014, 07:11 Uhr
Gasometer-Hippie
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Dabei seit: 27. Aug 2001
Beiträge: 579

Hannes hat folgendes geschrieben:
Vertraglich vereinbart sind aber nur Indexgebundene Preiserhöhungen bis zu einem Höchstwert der durch einen Gemeinderatsbeschluss gedeckt sein muss. In der Vergangenheit, gab es diese Hinweise noch.


Hmm, also in meinem Fernwärme-Vertrag steht unter IV. WÄRMEPREIS, WERTSICHERUNG: "6. Unterliegt die Lieferung von Fernwärme (...) einer amtlichen Preisregelung, so wird Fernwärme Wien höchstens jenen Preis verrechnen, der dem jeweils gültigen Bescheid entspricht."

Der aktuelle Preisbescheid des Landeshauptmanns von Wien wurde am 24. Juni 2014 erstellt: https://www.wienenergie.at/eportal/ep/contentView.do/pageTypeId/11889/programId/15491/contentTypeId/1001/channelId/-22264/contentId/29575

Dass dieser geltende Preisbescheid im Internet nirgends abrufbar ist und von der Fernwärme Wien - möglicherweise mit Hinweis auf Amtsverschwiegenheit, Datenschutz oder Geschäftsgeheimnis - nicht an ihre Kunden herausgerückt wird, ist leider "typisch österreichisch"...

Jedenfalls sieht mein Fernwärme-Vertrag nur für jenen Fall eine indexgebundene Wertsicherung vor, dass "KEINE amtliche Preisregelung" besteht oder die bestehende entfällt.

(Möglicherweise bietet ja das Wiener Auskunftspflichtgesetz eine Handhabe, vom Wiener Landeshauptmann die Übermittlung oder Veröffentlichung des geltenden Fernwärme-Preisbescheids zu verlangen: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrW&Gesetzesnummer=20000332)

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gazometristA Smile
 
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gazometristA
Titel:   BeitragVerfasst am: 13.08.2014, 09:18 Uhr
Gasometer-Hippie
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Dabei seit: 27. Aug 2001
Beiträge: 579

Wollte es wieder mal etwas genauer wissen - habe also Stadtrat-Büros und WIEN ENERGIE-Geschäftsführung angemailt. Und Bingo: Wer in den geheimnisvollen "aktuell gültigen amtlichen Preisbescheid" zur Fernwärme Wien hineinschnuppern will, kann dies zwar - allerdings nicht online.

ABER: Die Wien Energie GmbH lädt höflichst - wie in alten Zeiten - "zur Einsichtnahme des aktuell gültigen amtlichen Preisbescheids in unser Kundendienstzentrum Spittelau ein. Bei dieser Gelegenheit, stehen Ihnen unsere Experten auch für weitere Fragen gerne zur Verfügung. Wir bitten Sie, unter der kostenlosen Rufnummer 0800 510 807 (Montag bis Donnerstag von 7:30 Uhr bis 15:30 Uhr und Freitag von 7:30 Uhr bis 12:00 Uhr) einen Termin zu vereinbaren."

Na immerhin... Rolling Eyes

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mb
Titel:   BeitragVerfasst am: 13.08.2014, 20:37 Uhr
Gasometer-Freak
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Dabei seit: 13. Sep 2001
Beiträge: 1185

.............und was heißt das jetzt? (wird die fernwärme billiger?) Wink
lg mb
 
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Hannes
Titel:   BeitragVerfasst am: 13.08.2014, 22:21 Uhr
Gasometer-Freak
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Dabei seit: 18. Aug 2001
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@mb *rofl* der war gut Smile - lies das Schreiben dann hast du die Antwort

@gazometristA - Danke für die Recherche und Info !

Taktisch scheint das wieder gut gemacht. Die neuen Preise gelten ab 1.9.2014. Merken werden die Leute die neuen Preise erst mit der Jahresabrechnung 2015
die im Dezember 2015 versendet werden - also nach den Landtagswahlen.

Da der letzte Winter ja eingentlich nicht statt gefunden hat, und daher der Energieverbrauch niedrig war, werden sich vermutlich viele
bei der Abrechnung heuer im Dezember über eine Gutschrift freuen und die Vorauszahlungen für 2015 werden entsprechend gesenkt.
Das erhöht die Hoffnung, dass die Leute im Herbst die segensbringende Stadtpartei wählen.
Selbst wenn das nun ein harter Winter werden sollte kommt das dicke Ende erst im Dezember 2015
Da werden die Leute mit ordentlichen Nachzahlungen eingedeckt und einer satigen Erhöhung der Vorauszahlungen.

Unsere Stadtregierung ist einfallsreich wie ein Drogensüchtiger wenn es um den Machterhalt geht. Smile

Das wirklich tragische ist aber, dass Fernwärme heute weder umweltfreundlich noch günstig ist - einzig bequem ist sie nach wie vor.

PS: auf mein Schreiben habe ich bis dato keine Antwort von der Fernwärme erhalten.

lg, Hannes

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smtp
Titel:   BeitragVerfasst am: 20.08.2014, 19:55 Uhr
Gasometer Hausmasta


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Hannes hat folgendes geschrieben:

Das wirklich tragische ist aber, dass Fernwärme heute weder umweltfreundlich noch günstig ist - einzig bequem ist sie nach wie vor.
Ich stimme Dir in allen Kritikpunkten zu - jedoch: Warum ist Fernwärme nicht umweltfreundlich? Und im Vergleich zu welchen Heizformen ist sie nicht umweltfreundlich?

(tcp)

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Hannes
Titel:   BeitragVerfasst am: 20.08.2014, 20:21 Uhr
Gasometer-Freak
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Wohnort: Wien
Fernwärme war so lange umweltfreundlich, wie die Wärme als Abwärme der Müllverbrennung und Stromerzeugung quasi als sinnvolles Nebenprodukt verwendet wurde.
Da durch die Verwerfungen am Strommarkt - ausgelöst durch die massive Förderung der Windenergie und Photovoltaik - die Gaskraftwerke vom Netz genommen werden, entfällt diese
Wärmequelle. Dieser Ausfall wird nun durch Fernheizwerke (zB neus beim Arsenal) aufgefangen die vorwiegend mit Heizöl betrieben werden.
Das ist eine massive Verschlechterung der Umweltfreundlickeit, so dass man heute davon ausgehen kann, das mit "Ökostrom" zu heizen umweltfreundlicher wäre.
Auch das Biomassekraftwerk hat eine extrem schlechte Ökobilanz, da die Biomasse aus ganz Österreich und zT aus dem Ausland hergekarrt wird.

lg, Hannes

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Titel:   BeitragVerfasst am: 21.08.2014, 09:49 Uhr
Gasometer Hausmasta


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@Hannes: Aber ist das nicht immer noch gscheiter als wenn jede/s haus/wohnung individuell für wärme sorgen würde? (Und also zb abgase dann ganz ungefiltert über den kamin in die umwelt kämen?)

(tcp)

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Hannes
Titel:   BeitragVerfasst am: 21.08.2014, 21:21 Uhr
Gasometer-Freak
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Dabei seit: 18. Aug 2001
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Wohnort: Wien
Nachdem die Fernwärme den Ausbau zurückfährt, bleibt für viele neu entstehende Siedlungen ohnehin nichts anderes übrig, als wieder dezentral zu versorgen - mit Block-Heizkraftwerken mit fosilen Brennstoffen.
Im Altbau hast du sowieso keine Chance - ich habe jahrelang um einen Anschluss am Enkplatz gestritten, wo der Fernwärme Anschluss vor dem Haus ist.
Der Einzelbrandofen ist sicher keine Zukunftsoption und persönlich halte ich Gas in Privathaushalten für ein großes Sicherheitsrisiko.

Wenn Strom in überwiegenden Mengen ohne Einsatz fosiler Brennstoffe produziert wird, wäre die Stromheizung wohl das ökologischste, zumal es nicht
wie bei der Fernwärme große Leitungsverluste gibt. Bei uns im Gaso A verpuffen 25% der gelieferten Wärme zwischen Hauptzähler und Einzelzähler.
Ich behaupte mal, der Gesamtnutzungsgrad von Fernwärme liegt weit unter 50%

lg, Hannes

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